Vielleicht hast du gerade eine Diagnose bekommen. Vielleicht liegt es schon zurück. Vielleicht suchst du mitten in der Nacht nach etwas, das trägt.
Diese Seite gibt dir keine Erklärung dafür, warum es geschehen ist. Ich habe keine.
Wenn du diese Seite gefunden hast, trägst du vielleicht gerade eine schwere Last. Vielleicht hast du eine Diagnose bekommen — Trisomie, ein Herzfehler, etwas anderes. Vielleicht hast du dein Kind schon verloren. Vielleicht fühlst du dich von deiner Umgebung unter Druck gesetzt.
In einer Zeit, in der manche behaupten, Krankheit sei die Folge von zu wenig Glauben, möchte ich dir etwas anderes sagen: Gottes Gnade trägt dich gerade in deiner Schwachheit.
Diese Seite ist auch für unsere Tochter Eliora entstanden. Der Name heisst «Gott ist mein Licht». Sie soll zeigen, dass jedes Leben ein kostbares Geschenk ist, wie kurz es auch war.
Hier findest du keine Versprechen, die dich unter Druck setzen. Nur die Hoffnung, die im Wort Gottes gründet.
Du bist nicht allein.
Nicht ein Befund. Nicht eine Schwangerschaft, die nicht geklappt hat. Nicht ein Fall.
Manchmal begegnen Eltern Formulierungen, die das Kind zu einer medizinischen Sache machen — nicht lebensfähig, nicht vereinbar mit dem Leben. Das mag beschreiben, was der Körper konnte. Es beschreibt nicht, wer da war.
Dein Kind hatte einen Namen oder hätte einen bekommen. Es war jemand. Und die Zeit, die es hatte — Tage, Stunden, oder nur die Monate davor — war Leben, nicht das Ausbleiben davon.
Wenn dir jemand gesagt hat, du solltest längst darüber hinweg sein, oder es sei ja noch früh gewesen: Das war falsch. Dein Schmerz ist nicht übertrieben. Er hat die Grösse dessen, was du verloren hast.
Es gibt eine kurze Szene, die viel sagt. Menschen brachten ihre Kinder zu Jesus. Die Jünger wollten sie wegschicken — zu unwichtig, zu klein, er habe Wichtigeres zu tun.
Jesus wurde ärgerlich. Über die Jünger.
Er sagte, man solle die Kinder zu ihm kommen lassen und sie nicht daran hindern. Dann nahm er sie in die Arme und segnete sie.
Markus 10,13–16Man kann darüber streiten, was in der Bibel über kleine Kinder nach dem Tod ausdrücklich steht. Ehrlich gesagt: Es steht wenig ausdrücklich. Aber man muss nicht über eine Textstelle streiten, wenn man die Person ansehen kann.
Glaubst du, dass dieser Mensch dein Kind wegschickt?
Als Jesus starb, hing neben ihm ein Verurteilter, der nichts mehr tun konnte. Keine Zeit für ein besseres Leben, nichts wiedergutzumachen. Zu ihm sagte Jesus, er werde noch am selben Tag mit ihm im Paradies sein.
Lukas 23,43Das sagt zweierlei. Es gibt einen Zustand vor der Auferstehung, und er ist kein Nichts. Und der Zugang dazu hing nicht daran, was jemand geleistet hatte.
Mehr weiss ich darüber nicht. Wer dir Genaueres beschreibt, geht über das hinaus, was dasteht. Aber dass es nicht Leere ist und dass Christus dort ist — das reicht weiter, als es zunächst klingt.
Die christliche Hoffnung endet nicht damit, dass jemand irgendwo geborgen ist. Sie geht weiter.
Die Bibel sagt eine Auferstehung zu, und zwar leiblich. Nicht ein Weiterleben als Erinnerung, nicht eine Seele ohne Körper. Ein neuer Leib, der nicht mehr zerfällt.
1. Korinther 15,42–44Das heisst für dein Kind: Ein Körper, der nie funktionieren konnte, ist nicht das letzte Wort über ihn. Was gefehlt hat, wird nicht geflickt, sondern ersetzt durch etwas, das nicht mehr fehlen kann.
Und es heisst noch etwas. In der Bibel steht nicht, dass am Ende alles vergessen ist, sondern dass die Tränen abgewischt werden. Abwischen setzt voraus, dass jemand da ist, der geweint hat. Dein Schmerz wird nicht für nichtig erklärt. Er wird beantwortet.
Offenbarung 21,4Es macht den Verlust nicht kleiner. Es füllt kein leeres Zimmer und keinen leeren Arm.
Wer sagt, du müsstest jetzt getröstet sein, verlangt zu viel. Hoffnung heisst nicht, dass es aufhört weh zu tun. Sie heisst, dass der Schmerz nicht das Ende der Geschichte ist.
Diese Seite ersetzt keinen Menschen. Wenn du das durchmachst, brauchst du jemanden, der zuhört — deinen Partner, eine Freundin, jemanden aus einer Gemeinde, eine Fachperson. Trauerbegleitung nach dem Verlust eines Kindes gibt es in der ganzen Schweiz, und sie kostet dich nichts als den ersten Anruf.
Wenn du niemanden hast, dem du das sagen kannst: kontakt@die-hoffnung.ch. Ich bin keine Fachperson und antworte nicht sofort. Aber ich lese es.
Was hier steht, ist kein Trostwort, das man Trauernden sagt. Es folgt aus etwas, das durch die ganze Bibel läuft: Gott hat die Welt gut gemacht, sie ist zerbrochen, und er hat zugesagt, sie wiederherzustellen. Nicht als Bild, sondern wirklich.
Das ist derselbe Grund, aus dem ich glaube, dass dein Kind eine Zukunft hat.
Bleibt die Welt, wie sie ist?Wenn nicht, ist das auch in Ordnung. Du musst heute nichts verstehen.