die Hoffnung

Schritt 4

Selber weiterlesen

Es geht hier nicht darum, wer recht hat. Es geht darum, woran du es selbst erkennen kannst.

Wer eine Predigt hört oder ein Buch liest, bekommt selten die Leseordnung mitgeliefert. Sie steckt in den Formulierungen. Vier Fragen machen sie sichtbar.

Noch ist Nacht. Der Morgenstern leuchtet schon — bis der Tag anbricht. Offenbarung 22,16; 2. Petrus 1,19 Noch ist es nicht Tag. Aber das Licht ist schon da. Maleachi 3,20 Einmal wird die Sonne nicht mehr das Licht sein, das gebraucht wird. Jesaja 60,19 Bleibe bei uns, denn es will Abend werden. Lukas 24,29

Vier Fragen

  1. Wer baut?

    Wird das Reich Gottes gebaut oder gebracht? Ist die Gemeinde ein Werkzeug, das die Verhältnisse verändern soll — oder wartet sie auf einen, der kommt?
  2. Was ist der Auftrag?

    Geht es darum, die Welt umzugestalten, oder darum, sie zu bezeugen? Beides steht in der Bibel. Die Gewichtung verrät die Leseordnung.
  3. Wie wird über Israel gesprochen?

    Als abgelöst, als Vorbild, als Bild für die Kirche — oder als Volk mit einer offenen Zukunft? Das ist die Frage aus Schritt 3, und sie klingt in fast jeder Predigt mit.
  4. Was wird erwartet?

    Dass es schrittweise besser wird, oder dass er wiederkommt? Beides verändert, wie man Zeitungen liest.

Diese Fragen sagen nicht, wer recht hat. Sie zeigen nur, mit welcher Leseordnung jemand an den Text herangeht — auch bei sich selbst.

Drei Stellen, an denen es sich zeigt

An diesen drei Versen scheiden sich die Auslegungen. Bei jedem steht das stärkste Argument der einen und der anderen Seite. Wer nur eines davon kennt, hat die Stelle nicht geprüft.

Lukas 17,21

«Das Reich Gottes ist mitten unter euch» — oder «in euch». Das griechische Wort lässt beides zu.

Kolosser 1,13

«Er hat uns versetzt in das Reich seines Sohnes.» Vergangenheit, abgeschlossen.

Römer 14,17

«Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude.»

Wie man damit umgeht

Diese Fragen taugen zum Verstehen, nicht zum Sortieren. Sobald sie zur Eintrittskarte werden, prüfst du nichts mehr, sondern zählst ab.

Wer den Unterschied kennt, kann mit beiden reden. Wer ihn zum Prüfstein macht, kann bald mit niemandem mehr reden.

Und die Fragen gelten zuerst dieser Seite. Sie vertritt eine Position, sie sagt das offen, und sie ist damit nicht aus dem Schneider. Prüf sie mit demselben Werkzeug.

Wenn du nur eines mitnimmst

Nimm eine einzige Zusage und geh ihr durch beide Testamente nach. Frag bei jeder Stelle: Steht hier ein Bild oder eine Sache? Und wer entscheidet das — der Text oder ich?

Das ist mehr wert als jede Übersicht, auch als diese.

Die gute Nachricht

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